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Ebd Zitieren Beispiel Essay

Das direkte Zitieren von Autoren erfolgt durch wortgetreue Wiedergabe der relevanten Textpassage. Direkte Zitate sollten sparsam und nur in solchen Zusammenhängen eingesetzt werden, in denen der Originaltext ein Argument besonders treffend formuliert.

"Interessen (materielle und ideelle), nicht: Ideen, beherrschen unmittelbar das Handeln der Menschen. Aber: die "Weltbilder", welche durch "Ideen" geschaffen wurden, haben sehr oft als Weichensteller die Bahnen bestimmt, in denen die Dynamik der Interessen das Handeln fortbewegte. Nach dem Weltbild richtete es sich ja: "wovon" und "wozu" man "erlöst" sein wollte und - nicht zu vergessen: - konnte." (Weber 1988: 252)

Wörtliche Zitate werden in Anführungsstriche gesetzt, wobei die Quellenangabe hinter dem letzten Anführungszeichen steht.

Ergibt das direkte Zitat keinen eigenenstätigen Satz, wird es in den Fließtext eingebunden und das Satzzeichen steht hinter der Quellenangabe.

  • Zum Beispiel: Dies ist ein Hinweis darauf, "wie Zitate in den Fließtext eingebunden werden" (Mustermann 1996: 45)

Wörtliche Zitate werden niemals geändert: Hervorhebungen (z.B. durch eine kursive Schriftart) müssen übernommen werden; Rechtschreibfehler im Originalzitat sind zu kennzeichnen. Englische Zitate werden im Original übernommen.

Beispiele für direkte Zitate:

Ein Autor:

  • Benz 2009: 202 oder: Benz 2009, S. 202

Zwei Autoren:

  • Otto/Daimler 2009: 202 oder: Otto und Daimler 2009, S. 202)

Mehrere Autoren:

  • Benz et al. 2009: 202 oder: Benz u.a., S. 202

Mehrere aufeinanderfolgende Aussagen desselben Autors:

  • "Dies ist das erste Zitat." (Mustermann 2012: 212) Es folgen eingene Argumente. "Dies ist das zweite Zitat desselben Autors." (ebd.)
  • bei abweichender Seitenzahl (ebd.: 203)

Ergänzungen im Originaltext vornehmen:

  • "So vertritt er [Max Weber; d. Verf.] die Auffassung, dass ..."

Passagen im Originaltext auslassen:

  • "Arbeit ist (...) als Beziehung zwischen Menschen, ihren Einstellungen und ihrem Handeln zu verstehen." (Hirsch-Kreinsen 2008: 33)
  • Alternativ: [...]
  • Am Anfang und am Ende des Zitats kann auf [...] verzichtet werden, da dann das Zitat einfach verkürzt wird.

Originalzitate umstellen:

  • "Die Analyse biographischer Interviews mit betroffenen Personen kann darüber Auskunft geben und liefert gleichzeitig wichtige Erkenntnisse über den Umbruchprozess in Ostdeutschland überhaupt." (Huinink 2005: 134)

wird umgestellt in:

  • Huinink ist der Meinung, dass "die Analyse biographischer Interviews mit betroffenen Personen [...] darüber Auskunft geben [kann] und [...] gleichzeitig wichtige Erkenntnisse über den Umbruchprozess in Ostdeutschland überhaupt [liefert]." (Huinink 2005: 134)

Rechtschreibfehler im Originaltext kennzeichnen:

  • "Rechtschreibvehler [sic!] sind zu vermeiden." (Mustermann 2009: 33)

Hervorhebungen anzeigen:

  • [Hervorhebung durch d. Verf.]
  • [Hervorhebung im Orig.]

Zitate im Originalzitat kennzeichnen:

  • "Originalzitat 'Zitat im Originalzitat' Originalzitat". (Mustermann 2009: 23)

indirektes zitieren

Indirektes Zitieren - das sinngemäße Zitieren von Autoren - ist die häufigste Zitierweise in sozialwissenschaftlichen Arbeiten.

Es werden die zentralen Argumente mit eigenen Worten wiedergegeben, ohne den Sinnzusammenhang zu verändern.

Indirekte Zitate im Präsens signalisieren die Zustimmung des Verfassers mit dem Urheber der Argumente bzw. Gedankengänge.

Indirektes Zitieren im Konjunktiv zeigt an, dass der Verfasser den zitierten Standpunkt widerlegen möchte.

Beispiel:

In der Terminologie von Karl E. Weick können 'Weltansichten' als mentale Landkarten verstanden werden, welche das Resultat eines permanenten sozialen Konstruktionsprozesses darstellen, den der Autor als 'Sensemaking' definiert. (vgl. Weick 1979; Weick 1995)

Quellen belegen, auf quellen verweisen

Sämtliche nicht-trivalen, nicht allgemein anerkannten und zum Allgemeinwissen zählenden Aussagen müssen durch eine Quellenangabe belegt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn sich der Verfasser auf die zentrale Aussage eines Textes bezieht: Nur zehn Prozent der Seminarteilnehmer lesen die Texte regelmäßig. (Mustermann 2009)

Werden die eigenen Aussagen durch ähnliche Aussagen anderer Forscher unterstützt oder beziehen sich diese auf eine konträre Position zum eigenen Standpunkt, muss auf diese Quellen verwiesen werden: Schüler sollten regelmäßig Bücher lesen. (vgl. Meyer 1989:56)

Auf einen Autor verweisen:

Auf mehrere Quellen eines Autors aus dem gleichen Erscheinungsjahr verweisen:

  • (vgl. Benz 2009a); (vgl. Benz 2009b)

Auf mehrere verschiedene Quellen an einer Stelle verweisen:

  • (vgl. Benz 2009; Daimler 2007)

Auf mehrere Seiten einer Quelle verweisen:

  • (vgl. Benz 2009: 202f.) - bei zwei Seiten
  • (vgl. Benz 2009: 202ff.) - bei mehr als zwei Seiten
  • (vgl. Benz 2009: 209-211) - für genaue Seitenangaben

Verweise auf Klassiker mit Ersterscheinungsjahr:

  • (vgl. Weber 1976 [1922]: 32)

Der Harvard-Style stellt eine Zitiertechnik1 dar, bei der Quellen innerhalb des Textes angegeben werden. Dies geschieht in Klammern; bei indirekten Zitaten steht ein „vgl.“ davor. Wie bei jeder anderen Zitiertechnik auch, muss eine Quellenangabe dann erfolgen, wenn der direkte Wortlaut einer Quelle übernommen wurde (vgl. Beispiel 1) oder Gedankengänge des Autors indirekt mit in die Arbeit einfließen (vgl. Beispiel 2). Wird ein Autor mehrfach zitiert, ohne dass sich dazwischen Zitate eines anderen Autors befinden, so kann mit einem „vgl. ebd.“ gearbeitet werden.2

Zu beachten ist, dass nach dem Harvard-Style sowohl mit Doppelpunkten als auch mit einem Komma und der Abkürzung für Seite gearbeitet werden kann; dies gilt sowohl für direkte (vgl. Beispiel 1) als auch für indirekte Zitate (vgl. Beispiel 2).

Die Quellenangabe steht dabei grundsätzlich mit im Satz und nicht dahinter; bei direkten Zitaten hinter den Abführungszeichen, bei indirekten Zitaten hinter dem letzten Wort des Satzes, aber vor dem Punkt (vgl. Beispiel 2).

Generell macht es keinerlei Unterschied, ob du einen Autor zitierst oder mehrere Autoren unterschiedlicher Werke (vgl. Beispiel 3) bzw. mehrere Autoren eines Werkes (vgl. Beispiel 4).

Auch Internetquellen werden – wenn möglich – ebenso zitiert wie alle anderen Quellen. Handelt es sich um Studien, bei denen Seiten vorhanden sind, werden diese mit angegeben. Ansonsten reichen der Nachname des Autors (oder des Herausgebers) und die Jahreszahl (vgl. Beispiel 6), einige Universitäten erlauben es auch, einen Link zu der jeweiligen Webseite einzufügen.

Wird in direkten Zitaten etwas ausgelassen oder werden Wörter verändert, um sie der Grammatik des eigenen Satzes anzupassen, muss dies kenntlich gemacht werden. Dies geschieht durch runde oder eckige Klammern. Gleiches gilt für Anmerkungen im Zitat selbst (vgl. Beispiel 7).

Fußnoten werden beim Harvard-Style lediglich genutzt, um Anmerkungen zum Geschriebenen zu machen, die bspw. im Text zu weit führen würden, aber trotzdem Erwähnung finden sollen. Für Quellenangaben werden nie Fußnoten verwendet.

Beispiel 1)
Direktes Zitat:

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003: 9) zu betrachten.

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Beispiel 2)
Indirektes Zitat:

Die Architextualität beschäftigt sich damit, wie die Zuordnung eines Textes zu einer Kategorie stattfindet und einer Gattung zugeordnet wird (vgl. Genettes 1993: 44).

Die Architextualität beschäftigt sich damit, wie die Zuordnung eines Textes zu einer Kategorie stattfindet und einer Gattung zugeordnet wird (vgl. Genettes 1993, S. 44).

Beispiel 3)
Mehrere Autoren unterschiedlicher Werke:

Das Bild der romantischen Liebe veränderte sich im Zuge der Entwicklung der modernen Familien (vgl. Horkheimer 2007: 225; Luhmann 1982: 9).

Das Bild der romantischen Liebe veränderte sich im Zuge der Entwicklung der modernen Familien (vgl. Horkheimer 2007, S. 225; Luhmann 1982, S. 9).

Beispiel 4)
Zwei Autoren eines Werkes:

Innerhalb von Unternehmen äußerten 38 Prozent der Vorgesetzten die Angst, dass bei der Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund gewisse Sprachbarrieren entstehen könnten (vgl. Enggruber/Rützel 2015: 9).

Innerhalb von Unternehmen äußerten 38 Prozent der Vorgesetzten die Angst, dass bei der Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund gewisse Sprachbarrieren entstehen könnten (vgl. Enggruber/Rützel 2015, S. 9).

Beispiel 5)
Mehr als zwei Autoren eines Werkes

Schon in der römischen und griechischen Antike fand eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Engel in Verbindung mit Gottheiten statt. Bezeichnet wurden sie als Zwischenwesen und – ähnlich den christlichen Engeln – auf ihren Schultern saßen Flügel (vgl. Vorgrimler/Bernauer/Sternberg 2008: 13).

Schon in der römischen und griechischen Antike fand eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Engel in Verbindung mit Gottheiten statt. Bezeichnet wurden sie als Zwischenwesen und – ähnlich den christlichen Engeln – auf ihren Schultern saßen Flügel (vgl. Vorgrimler/Bernauer/Sternberg 2008, S. 13).

Beispiel 6)
Internetquellen

„Das Internet ist weiß, männlich und tut alles, damit das so bleibt. Nach einem Jahrzehnt mit Facebook, Reddit und Twitter ist mein persönliches Zwischenfazit, dass die Dienste daran nichts ändern wollen. Sie sind nicht bereit, die Konsequenzen aus dem zu ziehen, was sie selbst predigen“ (Tanriverdi 2015).

Beispiel 7)
Auslassungen, Veränderungen, Anmerkungen und Falschschreibungen

Auslassung

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen […]“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Veränderungen

Die Funktionen von Ehen sind die „Grundstein[e] der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Anmerkung

„Sie [Anm. d. Verf.: die Internetportale] sind nicht bereit, die Konsequenzen aus dem zu ziehen, was sie selbst predigen“ (Tanriverdi 2015).

Falschschreibungen

Befinden sich Tipp-, Grammatik- oder ähnliche Fehler im Original, übernimmst du diese zwar, kennzeichnest dies jedoch durch ein [sic!] hinter dem jeweils fehlerhaften Wort. Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf ein [sic!] verzichtet, wenn Textstellen zitiert werden, die noch in alter Rechtschreibung geschrieben sind.